Pressemitteilung 06/20
Landesnaturschutzverband (LNV) und
Naturschutzbund (NABU)
kritisieren Dialogverweigerung der Wirtschaft:
Entbürokratisierungsinitiative
am Desinteresse
der Wirtschaft gescheitert!
„Wir sind befremdet und enttäuscht vom
Desinteresse der Wirtschaft an einer gemeinschaftlichen Diskussion
zum Thema Entbürokratisierung im Umwelt-recht“,
so das Fazit von Landesnaturschutzverband (LNV) und Naturschutz-bund
(NABU). Rund zwei Jahre lang arbeiteten die beiden Umweltverbände
im Land zusammen mit dem Bundesverband für mittelständige
Wirtschaft (BVMW) an einem großen Wurf zur Vereinfachung
und Effizienzsteigerung im Umweltrecht. Dieses Projekt ist
nun am mangelnden Interesse der Wirtschaft gescheitert.
Ziel des Projektes war es, das Umweltrecht schlanker und
wirksamer zu machen, um Verwaltung und Wirtschaft von bürokratischen
Vorschriften zu entlasten. Die Umwelt- und Wirtschaftsverbände
hatten sich 2004 vorgenommen, im Konsens Vor-schläge
zu erarbeiten und diese der Politik zur Umsetzung zu empfehlen.
„Dieses Projekt hätte zu einer win-win-Situation
für Umwelt und Wirtschaft führen können“
so der stellvertretende LNV-Vorsitzende Dr. Gerhard Bronner.
Und der NABU-Landesvorsitzende Dr. Stefan Rösler ergänzt:
„Mit ihrer Dialogverweigerung hat die Wirtschaft eine
riesige Chance vertan.
Konkret wurden 200 Vorschläge für Gesetzesänderungen
oder gar Streichungen von Vorschriften gesammelt und auf einem
Workshop an der Hochschule Rotten-burg diskutiert, an dem
Vertreter aus Umweltschutz, Verwaltung und der Wirtschaft
teilnahmen. Ergebnis dieser Beratungen: Für einen hohen
Prozentsatz der Vor-schläge ist ein Konsens zwischen
Umweltschutz und Wirtschaft möglich..
Leider hat der BVMW nach einem Wechsel in seiner Geschäftsführung
das Interes-se an dem Projekt verloren. Trotz intensiver Bemühungen
ist es den Umweltverbän-den nicht gelungen, einen anderen
Partner aus der Wirtschaft zur Mitarbeit zu ge-winnen. Sowohl
die Industrie und Handelskammer (IHK) als auch der Landesver-band
der baden-württembergischen Industrie (LVI) entschieden
sich gegen eine Be-teiligung. Das Staatsministerium als zentrale
"Entbürokratisierungsstelle" des Lan-des war
zwar stark am Projekt interessiert, konnte aber ebenfalls
keinen Partner aus der Wirtschaft für eine Beteiligung
gewinnen.
Als Fazit bleibt für NABU und LNV die Erkenntnis: Mit
der von der Wirtschaft gerne angeführten Belastung durch
ein zu bürokratisches Umweltrecht kann es in WirkWirklichkeit
nicht weit her sein. Oder aber die Wirtschaft verspricht sich
im Alleingang mit der Politik größere Chancen,
zusammen mit der Bürokratie auch gleich die Umweltstandards
abzubauen. Dann aber wird es im Land statt eines zielführenden
Dialogs einen offenen Streit geben.
Für Rückfragen steht Ihnen der stellvertretende
LNV-Vorsitzende Herr Dr. Gerhard Bronner (Fon 0771/857295),
der NABU-Landesvorsitzende Dr. Stefan Rösler, Telefon:
0711-96672-13), die LNV-Geschäftsstelle (Fon 0711/24
89 55 -20, Fax -30, Email:
info@lnv-bw.de ) so-wie Mariana Cankovic, Referentin für
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim NABU Baden-Württemberg,
(Tel. 0711-966 72 16, Email: mariana.cankovic@nabu-bw.de)
zur Verfügung.
|