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Pressemitteilung 07/03

Stuttgart, den 12.02.2007

 

Landesnaturschutzverband kritisiert Gebäudeenergiepass

Wieder eine Chance für den Klimaschutz vertan!


Unzureichende Vorschriften des Bundes / Land soll seine Gebäude sanieren


Der Energiebedarf eines Hauses muss laut Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) zu einem entscheidenden Marktfaktor werden, um höhere Standards sowohl im Neubau wie auch energetische Nachrüstungen im Bestand zu erreichen. Die Einführung eines Energiepasses hält der Dachverband der Naturschutzvereine wohl im Grundsatz für richtig – nicht jedoch die Art und Weise, woran dieser die energetische Qualität eines Hauses bemisst. Statt mit Hilfe des baulichen Zustandes den Energiebedarf zu ermitteln, erlauben neue Vorschriften des Bundes für einen Großteil der Immobilien, dass lediglich der Verbrauch an Heizenergie zur Bewertung herangezogen wird. Dieser gebe jedoch mehr Auskunft über das Verhalten der Nutzer als über die wahre Qualität des Gebäudes. Für den stellvertretenden LNV-Vorsitzenden Gerhard Bronner hat der Bund damit eine weitere dicke Chance vertan, sowohl der Klimaerwärmung zu entgegnen als auch das Bauhandwerk zu fördern.

Massiver Lobbyeinfluss u. a. von Seiten der Immobilienwirtschaft, aber auch das Desinteresse des Bundeswirtschaftministeriums ha-ben laut Gerhard Bronner verhindert, dass Käufer und Mieter von Mehrfamilienhäusern auch zukünftig objektive Information über den energetischen Zustand ihres Hauses erhalten. Auch in anderen Be-reichen hinke deshalb die Energieeinsparverordnung (EnEV) ein bis zwei Jahrzehnte dem Stand der Technik hinterher.

Der LNV begrüßt deswegen nachdrücklich, dass das Land versucht, diese Lücke mit flankierenden Maßnahmen wie dem Energiesparcheck zu schließen. Allerdings seien auch auf Landesebene noch lange nicht alle Möglichkeiten ausgereizt, den Heizenergiebedarf zu senken. Gerhard Bronner weist auf Erkenntnisse von Fachleuten hin, dass bei rund der Hälfte der Neubauten infolge Baumängel die Vorschriften der EnEV nicht erfüllt werden. Dem könne nur durch den verstärkten Einsatz von staatlichen Baukontrolleuren entgegnet werden.
Schließlich gälte es für das Land, auch selbst mit gutem Bespiel vo-ranzugehen und endlich seine eigenen Immobilien bei Dämmung und Heiztechnik auf Vordermann zu bringen.

An alle privaten Hausbesitzer richtet der LNV die Bitte, freiwillig den seriösen Energiebedarfsausweis erstellen zu lassen und somit im Sinne eines nachhaltigen Klimaschutzes zu handeln.

weitergehende Informationen


Für Rückfragen steht Ihnen die LNV-Geschäftsstelle (Fon 0711/24 89 55 -20, Fax -30, Email: info@lnv-bw.de ) zur Verfügung.


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