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Pressemitteilung 070306

Stuttgart, den 06.03.2007

 

LNV verurteilt Porsche in Sachen Klimaschutz

Wiedekings Worte sind „Schlag ins Gesicht unserer Enkel“!


Steuerprivileg für „fahrende CO2-Schleudern“ abschaffen


Als „verantwortungslos und völlig inakzeptabel“ bezeichnet der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) die jüngsten Äußerungen von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. Dieser hatte in einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ angekündigt, dass Porsche den in der EU diskutierten Grenzwert von 130 g CO2 je km niemals erreichen werde. Der LNV sieht darin auch einen Affront gegen Ministerpräsident Oettinger. Dieser hatte sich erst letzten Samstag beim Auftakt zur Nachhaltigkeitsstrategie für das Erreichen der Abgasnormen stark gemacht.
Bereits Ende Januar hatte Wiedeking auf die Frage eines Aktionärs, warum ein SUV-Geländewagen 500 PS brauche, geantwortet: ¸¸Weil es saumäßig Spaß macht.“ „Deutlicher kann man seine Ignoranz bezüglich der Klimafrage nicht ausdrücken,“ meint dazu der LNV-Vorsitzende Reiner Ehret. Der Spaß von Porsche-Chef Wiedeking und seiner PS-gierigen Kundschaft gehe eindeutig zu Lasten der Umwelt und damit der gesamten Menschheit. Besonders für kommende Generationen bedeuten diese Aussagen „einen Schlag ins Gesicht“. Denn sie müssen die „Spass-Folgen“ in Form von zunehmenden Umweltkatastrophen tragen.
Wie viele „Lichtjahre“ Porsche vom EU-Grenzwert 130g CO2/km entfernt ist, zeigen die offiziellen Daten: Der Cayenne Turbo stößt im „niedrig gerechneten“ Normverbrauch stolze 358 g CO2/km aus. Selbst der durchschnittliche Ausstoß aller von Porsche produzierten Autos beträgt noch 297 g CO2/km - wobei der tatsächliche Verbrauch des Cayenne wie auch anderer Porsche-Modelle und vergleichbarer Konkurrenz-Produkte einiges höher liegt!
Dazu der LNV-Verkehrsreferent Joseph Michl: „Wenn man ein 2,4 Tonnen schweres und 270 km/h schnelles Fahrzeug benutzt, um damit 80 kg Mensch zu befördern, ist der Wirkungsgrad erbärmlich.“

Nicht hinnehmbar ist es für den LNV, dass viele der in Deutschland neu zugelassenen Porsche – wohl auch wegen hoher Unterhaltungskosten - als Firmen- und Dienstfahrzeuge angemeldet und damit von der Allgemeinheit mit bezahlt werden. Der LNV fordert die Bundesregierung auf, die steuerliche Subventionierung der SUV’s schleunigst einzustellen. Dienstwagen sollten nur noch dann steuerlich absetzbar sein, wenn sie beim CO2-Ausstoß den von Brüssel verlangten Grenzwert einhalten. Dadurch würde ein wesentlicher Anreiz zur Anschaffung besonders umweltschädlicher Fahrzeuge wegfallen.

Für Rückfragen steht Ihnen die LNV-Geschäftsstelle (Fon 0711/24 89 55 -20, Fax -30, Email: info@lnv-bw.de ) zur Verfügung.


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