Pressemitteilung 070309
Stuttgart, den 09.03.2007
LNV ruft Schwarzwälder Touristikunternehmen
auf:
Investieren Sie in
Alternativen zum Skitourismus!
„Realitätsverlust“ bei Feldbergs
Bürgermeister Wirbser
Für „wenig aufrichtig“ hält der Landesnaturschutzverband
Baden-Württemberg (LNV) die Klagen zahlreicher Hoteliers
und Liftbetreiber, die in den letzten Tagen über die
entgangenen Einnahmen infolge des warmen Winters zu vernehmen
waren. Schließlich habe man im letzten schneereichen
Ausnahmewinter ordentlich Kasse gemacht und hätte sich
in Anbetracht des unübersehbaren Klimawandels für
die (nun unmittelbar eingetrete-nen) „schlechteren Zeiten“
genügend auf die Hohe Kante legen können. Wem allerdings
nicht einmal diese Rücklagen zur Existenzsicherung ausreichen,
der müsse sich ernsthaft fragen, ob er nicht schon viel
zulange aufs falsche Pferd gesetzt hat.
Wesentlich besser gestellt sind nach Ansicht des LNV jene
Unter-nehmen, die ihre Gewinne nutzen, um in Alternativen
zum Schnee-tourismus zu investieren: Wer seine Gäste
zum Beispiel mit Wellness-Angeboten verwöhnt oder mit
geführten Wanderungen auf die besonderen Reize der ruhenden
Natur aufmerksam macht, dem winken langfristig sichere Einnahmen.
Der stellvertretende LNV-Vorsitzende Dr. Gerhard Bronner ist
davon überzeugt, dass sich Wander- und Wellnesstourismus
lohnt und empfiehlt der Fremden-verkehrsbranche schleunigst
umzusteuern.
Auf keinen Fall – so der Rat des LNV - sollten sich
diese allerdings an der Gemeinde Feldberg orientieren: Dessen
Bürgermeister Stefan Wirbser glaubt immer noch, dass
dieser Winter ausnahmsweise „ein schwacher“ gewesen
sei und dass es „auch zukünftig im Schwarzwald
genügend Schnee zum Skifahren und Rodeln geben würde“
(Schwarzwälder Bote v. 5.3.07), dann könne man dies
nur als ein fortgeschrittenes Stadium von Realitätsverlust
bezeichnen. Gleiches gilt für die Feldberger Träume,
20 Jahre lang jährlich 800 000 € für ihres
Parkhaus über den Ski-Tickets zu refinanzieren. Während
sich die Stuttgarter Regierungsspitze gerade um eine Strategie
für eine nachhaltige Entwicklung bemüht, praktiziert
man diesen Begriff an der geografisch höchsten Erhebung
im Lande ganz anders: In Form einer „nachhaltigen Verschuldung“
seiner Kommune.
Die Summe für die Parkhausbaukosten ließe sich
laut LNV jedenfalls deutlich rentabler in den Ausbau einer
vom Schnee unabhängigen Tourismus-Infrastruktur stecken.
Gerhard Bronner: „Wir hoffen darauf, dass Herr Wirbser
wenigstens nach diesem „Winter-Erlebnis“ von seinen
Kollegen und befreundeten Tourismusunternehmern wieder auf
den Boden der Realität geholt wird.
Für Rückfragen steht Ihnen die LNV-Geschäftsstelle
(Fon 0711/24 89 55 -20, Fax -30, Email:
info@lnv-bw.de ) zur Verfügung.
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