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Pressemitteilung 070420
Stuttgart, den 20.04.2007
LNV zum Klimawandel:
Landesregierung soll
endlich „Klotzen statt Kleckern“
Wird an allen 3 Energiesträngen
gezogen, sind die Klimaschutzziele erreichbar!
Nach Ansicht des Landesnaturschutzverbandes Baden-Württemberg
(LNV) verdeutlichen die Meldungen der letzten Tage und Wochen
immer mehr die enormen Auswirkungen des Klimawandels sowohl
auf unser Öko- wie auch Wirtschaftssystem. Der LNV-Vorsitzende
Reiner Ehret hält sofortige tiefgreifende Maßnahmen
für notwendig, andernfalls würden beide Systeme
gleichermaßen ins Trudeln geraten. Ehret: „Um
einen wirksamen Klimaschutz rechtzeitig und dauerhaft sowie
ohne Kernkraft zu erreichen, muss die Umgestaltung der bisherigen
Energieversorgung in allen drei Bereichen „Stromversorgung“,
„Wärmeversorgung“ und „Verkehr“
gleichermaßen intensiv vo-rangetrieben werden“.
Es reiche nicht aus, wie bisher zu kleckern! Auch das Land
müsse endlich klotzen! Der LNV-Energiereferent Professor
Joachim Nitsch hat mit realistischen Zahlen durchgerechnet,
welchen Beitrag die einzelnen Bereiche bis 2020 liefern müssen:
Durch eine effizientere Energienutzung lassen sich 12 % des
Verbrauchs von 2005 einsparen, wobei beim Strom 10%, beim
Brennstoff für die Wärmebereitstellung 17% und beim
Kraftstoff 5% einzusparen sind. Gleichzeitig soll bei der
Stromerzeugung mit fossilen Brennstoffen die Kraft-Wärme-Koppelung
stark ausgebaut werden (um 12 TWh pro Jahr), um mit Fern-
und Nahwärme Öl und Gas im Wärmesektor zu ver-drängen.
Die Nutzung Erneuerbarer Energien will der LNV bis 2020 verdreifachen,
jeweils 10TWh pro Jahr für Strom und Wärme. Dies
soll über Wasserkraft, Biomasse bzw. Biogase und Windenergie
bereitgestellt werden. Weitere 8 TWh pro Jahr sollen über
Biokraftstoffe erzeugt werden.
Diese Ziele lassen sich – so der LNV-Chef - nur mit
einer Vielzahl von Maßnahmen erreichen. Die größten
Einsparpotentiale lägen im Raumwärmebereich. Hier
gälte es, die im Ansatz guten finanziellen Förderprogramme
erheblich aufzustocken. Dabei misst der LNV einer raschen
Umsetzung von Energieeinsparmaßnahmen in den Liegenschaften
des Landes eine wichtige Vorbildfunktion zu, der jetzige Zustand
eines Großteils der Gebäude sei absolut untragbar!
„Das sind die schlimmsten Energieschleudern des Landes“,
moniert Ehret und verweist auf die Erhebungen in Karlsruhe.
Für stark verbesserungswürdig hält der LNV
auch das Gesetz zur Kraft-Wärme-Koppelung, hier fordert
er von der Landesregierung mehr Engagement auf Bundesebene
ein. Im dezentralen Anwendungsbereich fehle es an genügend
Demonstrationsanlagen – hier könne das Land sogar
direkt tätig werden.
Auch im Wärmebereich müsse das Land viel mehr eigene
Akzente setzen. Hier bestehe noch beträchtlicher energiepolitischer
Handlungsbedarf, der zudem günstige Entwicklungen für
die baden-württembergische Wirtschaft einleiten würde,
und zwar vor allem in einer deutlich verstärkten Nutzung
von Biomasse, Solarkollektorenanlagen und Erdwärme. „Dazu
ist ein landesspezifisches Förderprogramm in Höhe
von mindestens 25 Mio. €/a erforderlich“, stellt
Ehret fest. Begleitend dazu schlägt der LNV die Etablierung
eines bundesweiten „Regenerativen Wärmenutzungsgesetzes“
vor.
Die hierfür bereit gestellten Mittel sind nach Ansicht
von Reiner Ehret „sehr gut angelegtes Geld“, da
sie im Vergleich zur Beibehaltung der jetzigen, vor allem
dem Ausland zugute kommenden Versorgungsstrukturen zu einer
deutlich höheren Wertschöpfung im Land und für
das Land führten.
Für Rückfragen steht Ihnen die LNV-Geschäftsstelle
(Fon 0711/24 89 55 -20, Fax -30, Email:
info@lnv-bw.de ) zur Verfügung.
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