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Pressemitteilungen
Stuttgart, den 04.06.2007
Harsche Kritik des Landesnaturschutzverbandes an geplanter Skihalle in Todtmoos:
„Der größte Kühlschrank Baden-Württembergs ist hoffentlich nur ein verspäteter Aprilscherz!“
Energie fressendes und Landschaft zerstörendes Wahnsinnsprojekt
Als klimapolitischen GAU (= Größter Anzunehmender
Unfug) bezeichnet der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg
(LNV) die Absicht der Gemeinde Todtmoos, am „Hochkopf“ eine
Skiröhre zu bauen. Das Vorhaben sei weder aus ökologischer,
noch aus landschaftlicher und nicht einmal aus wirtschaftlicher
Sicht vertretbar. Für den LNV-Vorsitzenden Reiner Ehret zeigt
der jüngste Gemeinderatsbeschluss, dass manche Kommunen immer
noch nicht in der Lage sind, ihrer Verantwortung für die Zukunft
gerecht zu werden: „Die Klimadiskussion rund um den Heiligendamm-Gipfel
scheint noch nicht bis zu den Höhen des Schwarzwalds vorgedrungen
zu sein.“
Man wisse aus ähnlichen Projekten, dass der Betrieb einer
solchen riesigen Halle eine Unmenge an Energie verschwendet.
Damit würden auf einen Schlag die Bemühungen einer
großen Zahl jener Bürger zunichte gemacht, die
in letzter Zeit zugunsten des Klimaschutzes investiert oder
ihre Lebensweise umgestellt haben. Auch die Tatsache, dass
sich am Hochkopf zahlreiche Schutzgebiete von Europäischem
Rang befinden, scheint für die Schwarzwaldgemeinde kein
Hinderungsgrund zu sein, dort einem 30-Millionen-Projekt zuzustimmen.
Der LNV warnt, dass durch das Bauwerk und die notwendigen
Infrastruktureinrichtungen wie neuer Parkflächen massive
Eingriffe in den Naturhaushalt drohen. Zudem beraube der technischen
Baukörper die Landschaft ihrer Attraktivität und
die Zunahme des Kraftfahrzeugverkehrs führe zu einem
sprunghaften Anstieg von Lärm und Gestank. Demnach werde
sich die Luft- und Lebensqualität des Erholungsortes
drastisch verschlechtern. „Wirtschaftlichen Nutzen aus
einer solchen Großanlage ziehen hauptsächlich die
Betreiber selbst – zu Lasten der Einwohner und der bestehenden
Betriebe“, erläuterte Ehret. Er verwies dabei auf
die Tatsache, dass solche Hallen immer auch einen großen
gastronomischen Betrieb hätten, ohne den bisher keine
Skihalle existieren könne, die Gaststätten und Hotels
am Ort aber leer ausgingen.
Der LNV ist sich sicher, dass all dies zu einem starken Rückgang
der Zahl jener Urlauber führen würde, die sich nach
Ruhe und intakter Natur sehnen. Todtmoos werde deshalb unterm
Strich ein wirtschaftlicher Schaden entstehen. Steigende Energiepreise
würden zudem – so die Prognose des LNV - schon
bald weit mehr als die in den Raum gestellten 300 täglichen
Besucher erfordern. Dann sei zu befürchten, dass die
Betreiber schon sehr bald mittellos in „ihre“
Röhre schauen, die im Pleitefall als riesiges Denkmal
verfehlter Planung der Gemeinde anheim falle.
Es sei – so Reiner Ehret – absurd, wenn Kommunen
– völlig unbeeindruckt von den weltweiten Bemühungen
um den Klimaschutz solche Energie fressende und Landschaft
zerstörende Wahnsinnsprojekte planten. Der LNV-Chef abschließend:
„Ich wünsche den Bürgern von Todtmoos –
vor allem aber dem Bürgermeister und seinen Gemeinderäten
– den Grad an Verantwortungsgefühl, der im Zeichen
des Klimawandels von allen Menschen erwartet wird und ich
wünsche ihnen auch, dass sie nicht den falschen Versprechungen
von Geschäftemachern auf den Leim gehen“. Er hoffe
auch, dass spätestens, wenn die tatsächlichen Maße
des geplanten Skizirkus bekannt würden, die Bürger
von Todtmoos für ein schnelles Begräbnis dieser
Planung sorgen werden. Jedenfalls erfüllen die Maße,
die im Südkurier am 5. Mai in ein veröffentlichtes
Foto eingezeichneten wurden – so der LNV-Vorsitzende
– den Tatbestand der Täuschung, da sie nicht einmal
die Hälfte der im Text genannten Dimension von 35 m Breite
auf 650 m Länge darstellen.
Weitere Informationen bei der LNV-Geschäftsstelle:
info@lnv-bw.de , Tel.:
0711-24895520
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