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Pressemitteilung
Stuttgart, den 13.10.2007
LNV-Zukunftsforum
diskutiert über Entfremdung von der Natur
Erfolgreiche Umwelterziehung muss
Wissen mit Naturerfahrung verbinden
Notwendiger Brückenschlag erfordert vom Land mehr Investitionen.
Wer unsere Kinder zu nachhaltigem Handeln erziehen will, darf es nicht nur bei Appellen und Bekenntnissen belassen, sondern muss auch Mittel in die Hand nehmen. So lautet die übereinstimmende Erkenntnis des 8. „Zukunftsforum Naturschutz“, welches der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) heute zusammen mit der evangelischen Akademie Bad Boll in Stuttgart abgehalten hat. Zahlreiche Institutionen ständen als „Inseln“ für Naturerfah-rung zur Verfügung. Den Schulen fehle es jedoch an den nötigen Ressourcen, um diese Angebote abrufen zu können.
Der LNV-Vorsitzende Reiner Ehret hält es deswegen für kurzsichtig,
wenn Forde-rungen nach notwendigem Personal und Mitteln von
der Landesregierung immer wieder mit Hinweis auf die Haushaltskonsolidierung
abgeschmettert werden. Wer – so Ehret – heute an der Umwelterziehung
unserer Kinder spare, verursache in der Zukunft Kosten, die
ein Vielfaches der heutigen Ersparnis betragen – hervorgerufen
durch das nicht nachhaltige Handeln der kommenden Generation.
Zu Beginn der Veranstaltung verdeutlichte der Theologe und
Biologe Professor Dr. Dr. Günther Altner den 70 Teilnehmern
mit einem aufrüttelnden Vortrag die Ursachen für die fortschreitende
Entfremdung des Menschen von der Natur. Seiner Erfahrung nach
werde an den Schulen ein naturwissenschaftliches ErkenntnisverfahErkenntnisverfahren
praktiziert, welches wahrhaftige Naturerfahrung verhindert.
Mechanistische Denkmuster müssten im Geiste von Albert Schweitzer
durch eine Humanökologie mit mehr Beweglichkeit und Empathie
ersetzt werden.
Ähnlich lautete die Botschaft von Dr. Werner Ries, Professor
an der pädagogischen Hochschule Freiburg: „Die jetzige Schulbildung
vermittelt wohl ökologisches Wissen, bewirkt aber kein ausreichendes
Umweltverhalten“. Seine Untersuchungen zeigen, dass dieses
Wissen zwingend mit elementarem Naturerlebnis gepaart werden
muss, wolle man umweltbewusstes Handeln hervorrufen! Leider
seien Lehrer jedoch derart mit anderen Aufgaben zugedeckt,
dass sie auf Hilfe von außen angewiesen sind. Dass es hierzu
nicht an Ideen und Institutionen fehlt, auf die Schulen und
Kindergärten zurückgreifen können, verdeutlichten mehrere
Praxisbeispiele aus dem Land und der Schweiz.
Staatssekretär Wacker vom Kultusministerium betonte, dass
man den Lehrkräften mit den neuen Bildungsplänen ausreichend
Freiräume für Umwelterziehung geschaffen hat. Er erwarte,
dass sich die Lehrkräfte auch über den regulären Unterricht
hinaus einbringen und zum Beispiel Schüler mit Waldexkursion
für Natur begeistern. Die Baden-Württembergische Umsetzung
der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ bezeichnete
er als vorbildlich, aber durchaus noch erweiterungsfähig.
In seinem Schlusswort verwies Reiner Ehret auf das Wort des
Ministerpräsidenten vom 3. März diesen Jahres, dass sich die
Landesregierung am Erfolg der Nachhal-tigkeitsstrategie werde
messen lassen. Dies müsse – so der LNV-Vorsitzende - auch
zwingend Auswirkungen auf die Anzahl der Lehrkräfte an den
Schulen haben.
Weitere Informationen bei der LNV-Geschäftsstelle:
info@lnv-bw.de , Tel.:
0711-24895520
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