Pressemitteilung
Stuttgart, den 26.10.2007
Landschaftserhaltungsverbände flächendeckend
einführen
Zur Finanzierung Tourismusfördermittel
umschichten Die bestehenden
Landschaftserhaltungsverbände in Baden-Württemberg
sind nach Auffassung des Landesnaturschutzverbandes (LNV)
ein Erfolgsmodell. Der Dachverband der Naturschutzvereine
fordert deshalb die Minister Hauk, Pfister und Stächele
auf, Landschaftserhaltungsverbände so schnell wie mög-lich
im ganzen Land einzurichten. Nach Ansicht des stellvertretenden
LNV-Vorsitzenden Dr. Gerhard Bronner lassen sich damit nicht
nur Vollzugsdefizite im Naturschutz beheben, sondern gleichzeitig
Landwirtschaft und Tourismus fördern.
Die Praxis der sechs Verbände im Land zeige, dass zuvor
widerstreitende Akteure der Naturschutzverbände, Landnutzer
und Kommunen an einen Tisch geführt wer-den und dort
fruchtbar miteinander arbeiten. Die Biotopvernetzung wird
beschleunigt und in konstruktive Bahnen gelenkt, pflegebedürftige
Biotope werden durch Ver-tragsnaturschutz erhalten. Sogar
gemeinsame Projekte zur Vermarktung der auf den Pflegeflächen
erzeugten Produkte werden ins Leben gerufen.
Der LNV verweist auf andere Bundesländer, wo eine flächendeckende
Verbreitung der Landschaftserhaltungsverbände schon seit
Jahren üblich ist. Zieht Baden-Württemberg hier
nicht nach, befürchtet Dr. Bronner, dass das Aussterben
von Arten der Kulturlandschaft weitergeht und die vom Land
beschlossenen Naturschutzziele nicht erreicht werden können
- ebenso wenig wie ein funktionsfähiges Schutzgebietsnetz
Natura2000.
Die nötigen Finanzmittel könnten laut LNV aus der
Tourismusinfrastrukturförderung umgeschichtet werden.
Hierfür habe man im Land in den letzten Jahren im Schnitt
6 Mio. € aufgewendet. Ein Teil dieser Mittel würde
nach Einschätzung des LNV ausreichen, um in absehbarer
Zeit ein flächendeckendes Netz von Landschaftserhaltungsverbänden
aufzubauen. Diese Umschichtung sei für den Tourismus
kein Verlust, da die Erhaltung der Kulturlandschaft für
ihn eine viel fundamentalere Grundla-ge sei als ein großer
Teil der bisher geförderten Tourismusinfrastrukturprojekte.
Konkrete von den Landschaftserhaltungsverbänden organisierte
Maßnahmen und Pflegeleistungen müssten allerdings
wie seither über die originären Landesmittel finanziert
werden.
Weitere Informationen bei der LNV-Geschäftsstelle:
info@lnv-bw.de , Tel.:
0711-24895520
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