LNV Baden-Württemberg e.V.
Aktuell Über uns Stellungnahmen Veröffentlichungen Themen LNV-Stiftung Kontakte Sitemap
 
Aktuell
Termine/
Veranstaltungen
Beteiligungsverfahren
Presseinformationen
Kinder / Jugend
 
 


Pressemitteilung

Stuttgart, den 31.10.2007

Erneut harsche Kritik an der Forst- Verwaltungsreform:

Wird unser Wald wirtschaftlichen Interessen geopfert?
LNV fordert für die Forstverwaltung einen separaten Naturschutzetat und mehr Personal

Beim Landesnaturschutzverband (LNV) herrscht Alarmstimmung: Nachdem er sich mit jenen Gutachten auseinandergesetzt hat, welche das Land für den Forstbereich im Zuge der Verwaltungsreform in Auftrag gegeben hat, befürch-tet er, dass zukünftig Gemeinwohlbelange im Wald völlig ins Hintertreffen ge-raten. Mit einem Brief, der es nicht an deutlichen Worten fehlen lässt, haben sich die Naturschützer nun unter anderem an Ministerpräsident Oettinger gewandt.

Stürme, Luftschadstoffe und Käferplage haben unserem Wald in den vergangenen Jahrzehnten übel zugesetzt. Nun droht ihm eine weitere, dauerhafte Kalamität: Im Zuge der Verwaltungsreform wurde die bewährte Forstverwaltung zerschlagen und den Landkreisverwaltungen zugeteilt. Dort allerdings scheint man bei der Bewirt-schaftung des Waldes oft ganz andere Interessen zu vertreten als dies in der Ver-gangenheit der Fall war. Statt den seitherigen Grundsätzen einer nachhaltigen Waldwirtschaft treu zu bleiben, soll der Wald zukünftig mit möglichst geringem Per-sonaleinsatz ein Höchstmaß an Rendite abwerfen. Unter diesen Bedingungen ist in den Augen des LNV-Vorsitzenden Reiner Ehret keine multifunktionale Waldwirt-schaft mehr möglich, die sich auch ausreichend um die Belange des Naturschutzes, der Erziehung und der Erholung kümmert. Aus Kreisen der LNV-Mitgliedsverbände mehren sich die Meldungen, dass Waldflächen ohne Rücksicht auf gefährdete Lebensräume und Arten abgeholzt werden. Die Beratung privater Eigentümer – die in der Vergangenheit viele Fehlnutzungen verhindert hat – ist vielerorts nicht mehr ge-währleistet. Auch waldpädagogische Angebote werden gestrichen.
Nach Empfehlung des „Deloitte-Gutachtens“ sollen sich zum Beispiel Gehalt und Aufstiegsmöglichkeiten von Forstbeamten zukünftig daran messen, wie rentabel sie ihr Revier bewirtschaften. Darüber hinaus empfiehlt Deloitte, im Wald durch Fremd-nutzungen wie Gesteinsabbau, Mobilfunkanlagen oder Veranstaltungen zukünftig mehr Erlöse zu erzielen. Für den LNV-Vorsitzenden bedeuten derartige Vorgaben eine Kehrtwendung um 180 Grad weg vom Prinzip der Nachhaltigkeit und hin zur kurzfristigen Gewinnmaximierung. Die Folgen dieser Entwicklung werden seiner An-sicht nach für jedermann sichtbar sein und fordern den Protest nicht nur von Fachkreisen, sondern von allen heraus, die unseren Wald nutzen und wertschätzen.

In einem Brief an Ministerpräsident Oettinger und den für den Wald zuständigen Minister Hauk interveniert der LNV gegen diese Entwicklung. Er fordert ökologische Mindeststandards für die Bewirtschaftung sowie einen eigenständigen Etat für Naturschutz, Pädagogik und Erholung als notwendiges Gegengewicht zu einer rein wirtschaftlich orientierten Waldnutzung. Darüber hinaus verlangen die Naturschützer die Abkehr von einer „kameralistisch ausgerichteter Haushaltsführung“ sowie die Einstellung neuer junger Forstbeamter, damit die auch die pädagogische und ökolo-gische Aufgabenerfüllung im Wald langfristig gesichert ist.

Den Brief an Ministerpräsident Oettinger finden Sie hier

Weitere Informationen bei der LNV-Geschäftsstelle:
info@lnv-bw.de , Tel.: 0711-24895520

 


Das Pressearchiv
finden Sie hier

Design und Programmierung:
Katrin Bächle Webdesign
Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg e.V
|
Olgastr.19
|
70182 Stuttgart
|
Tel.0711/ 24 89 55 20
|
Fax 0711/ 24 89 55 30
|
info [at] lnv-bw.de