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Pressemitteilung

Stuttgart, den 26.11.2007

Energiebericht Baden-Württemberg ist „beschämend“:

Wirtschaftsministerium betreibt Schönfärberei

„Beschönigend und defizitär“ – so lautet die Reaktion des Landesnaturschutzverbandes (LNV) auf den Energiebericht Baden-Württemberg, den Ministerialdirigent Greißing als großen Erfolg für das Land verkauft. Durch statistische Tricks werde eine fatale Entwicklung schön gerechnet , um sich selbst auf die Schulter klopfen zu können.

„Wenn das Wirtschaftsministerium es bereits als Erfolg verkaufe, dass der Energie-verbrauch langsamer wachse als die Wirtschaftleistung, so sei dies eine Irreführung der Öffentlichkeit“ – so die Kritik von Dr. Gerhard Bronner, dem stellvertretenden Landesvorsitzenden des LNV. Denn die Umwelt werde nicht durch einen abstrakten Relativwert, sondern durch den realen Energieverbrauch belastet. Ganz im Gegen-teil müsse man die verzeichnete Zunahme des Primärenergieverbrauchs als ein A-larmsignal für die Umwelt verstehen.

Genauer betrachtet lässt sich nicht einmal die relative Abnahme als umweltpoliti-scher Erfolg verkaufen, da – so die Analyse des LNV - das Wirtschaftswachstum weniger bei der energieintensiven Grundstoffproduktion, sondern im Dienstleistungssektor erfolgt sei. Als „beschämend“ bezeichnet es dabei Dr. Bronner, dass das Wirtschaftsministerium zu wenig unternähme, um das reichlich vorhandene technische Potenzial für drastische reale Energieeinsparungen zu mobilisieren.

Auch der Verweis auf eine im Vergleich zu den anderen Bundesländern höhere Energieproduktivität hält der LNV für eine „Milchmädchenrechnung“. Denn die gewerbliche Struktur Baden-Württembergs sei schließlich von der verarbeitenden Industrie geprägt, die selbstverständlich weniger Energie und Rohstoffe benötige. Doch ohne die Bereitstellung dieser Grundstoffe aus anderen Bundesländern bzw. dem Ausland und folglich dem Energieverbrauch und der Umweltbelastung dort hätte auch die hiesige Industrie nichts zu verarbeiten.

Im übrigen ist die statistische Zunahme der Energieproduktivität im Ländle in den letzten Jahren zumindest teilweise auf die bundesweite Einführung der Ökosteuer zurückzuführen, die von der Landesregierung stets bekämpft wurde. Insofern schmückt sich das Land auch hier mit fremden Federn.

Weitere Informationen bei der LNV-Geschäftsstelle:
info@lnv-bw.de , Tel.: 0711-24895520

 


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