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Stuttgart, den 08.04.05
Landesnaturschutzverband kontert Minister Stächele
Kontrolle des Pestizideinsatzes ist keine Kriminalisierung der Landwirte!
Überprüfung ist ein Stück Normalität und schafft Vertrauen
Stuttgart. Als "irreführend" bezeichnet der Landesnaturschutzverband (LNV) die Kritik von Landwirtschaftsminister Stächele und den Bauernverbänden an einer Feldstudie des Umweltbundesamtes (UBA). Diese soll ermitteln, inwieweit Pflanzenschutzmittel sachgerecht und gesetzeskonform angewendet werden. Die Studie bedeute - so der stellvertretende LNV-Vorsitzende Dr. Gerhard Bronner - keine Kriminalisierung der Landwirte, sondern schaffe ganz im Gegenteil Transparenz und diene einer umweltverträglichen Landwirtschaft. In einem Brief fordert er Minister Stächele auf, keine unbegründeten Ängste bei den Landwirten zu schüren.
Laut Dr. Bronner führt die Kritik an der UBA-Studie nur dazu, dass sich unter den Landwirten die negative Stimmung hinsichtlich der gesellschaftlichen Akzeptanz ihres Tuns weiter verfestigt. Stattdessen hält es der LNV für erforderlich, den Landwirten wieder Mut und Hoffnung zu machen. Dies sei unter anderem dadurch möglich, indem mit einer nachvollziehbaren Produktionsweise Vertrauen bei ihren Kunden dazu gewonnen würde.
Der Dachverband der baden-württembergischen Naturschutzverbän-de verweist auf andere Wirtschaftszweige. So sei es heute bereits in Gewerbe und Industrie eine Selbstverständlichkeit, dass die Gesetzeskonformität ihres Handelns kontrolliert werde. Niemand spreche beispielsweise von "der Kriminalisierung der Gastronomie", wenn der Wirtschaftskontrolldienst Stichprobenkontrollen in Küchen mache. Und es sei auch "kein Ausdruck von pauschalem Misstrauen", wenn Behörden Immissionsmessungen an Fabrikschornsteinen vornehmen. Dass nun auch in der Landwirtschaft die Einhaltung von Be-stimmungen überprüft werden soll, sei - so Dr. Bronner - nichts als ein Stück (bislang fehlender) Normalität.
Auch habe das UBA seine Studie keinesfalls "ins Blaue hinein" geplant. Schließlich habe man im Grund- und Oberflächenwasser regelmäßig Pestizide nachgewiesen, die bei bestimmungsgemäßer Anwendung dort nicht auftreten dürfen.
Ferner diene das Projekt - so der Hinweis des LNV - nicht der Überführung von Landwirten, sondern lediglich der Feststellung der Praxis im Umgang mit Pestiziden. Kein Landwirt braucht mit einer Strafe zu rechnen, selbst wenn im Rahmen des Projektes ein Verstoß festgestellt werde. Die Daten werden nur anonym erhoben und ausgewer-tet. Die Ahndung von Verstößen sei dagegen Aufgabe des Landes, und von dort haben die Landwirte - folge man den Worten des Mi-nisters - nichts zu befürchten.
Der Landesnaturschutzverband fordert deshalb die Bauernverbände und Minister Stächele auf, in dieser Sache bei den Bauern keine unnötigen Ängste zu schüren.
Weitere Informationen bei der LNV-Geschäftsstelle:
info@lnv-bw.de , Tel.: 0711-24895520
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